Klopeiner See: Warum Ingenieurskunst heute nicht mehr genügt
- Eva Premk Bogataj
- vor 6 Tagen
- 10 Min. Lesezeit
Eine Betrachtung aus der Perspektive der VMA™ (Vertical Meaning Architecture): über ein System, das einen Kollaps bereits überstanden hat — und eine zweite Phase, die gerade erst beginnt.

Anderthalb Jahrtausende später
Der Hemmaberg (slowenisch: Gora svete Heme, älter auch Junska gora) — ein 842 Meter hoher Rücken über dem Jauntal — war heilig, lange bevor er überhaupt einen Namen hatte.
Menschen siedelten hier bereits in der Bronzezeit, um 1500 v. Chr. Ein keltisches Heiligtum. Die römische Siedlung Iuenna zu seinen Füßen. Später eines der bedeutendsten frühchristlichen Pilgerzentren Mitteleuropas. Im Mittelalter die Wallfahrtskirche der heiligen Hemma, nach der der Berg seinen heutigen Namen trägt. Ein ununterbrochenes Kultzentrum, dreitausend Jahre alt.
Bemerkenswert: Die Pilger stiegen nicht wegen des Gipfels auf den Berg.
Sie kamen wegen des Wassers — wegen der Quelle in der Rosaliengrotte unterhalb des Gipfels, der Heilkräfte zugeschrieben wurden.
Der Berg war architektonische Kulisse. Der Magnet aber war das Wasser darunter. Schon vor anderthalb Jahrtausenden lag der eigentliche Wert dieser Landschaft unter der Oberfläche, nicht über ihr.
Darauf werden wir zurückkommen.
Etwas zieht mich immer wieder in diese Gegend.
Wenn ich auf dem Kitzelberg (686 m) stehe, wo man im Herbst und Winter nur selten anderen Wandernden begegnet, glitzert unter mir der Klopeiner See — jener See, der in der Öffentlichkeit als „wärmstes Alpenjuwel“ vermarktet wird.
Die Aussicht ist spektakulär — von hier überblickt man ganz Südkärnten. Unten der Klopeiner See, das weite Jauntal, im Hintergrund Petzen, Hochobir und der Koschuta-Grat, nach Norden hin über das Drautal die Saualpe. Weiter unten liegen auch der Kleinsee und östlich der Turnersee.
Als ich der Herkunft des Namens Klopeiner See nachgehe, ist mein erster Gedanke die Wurzel klop-.
Ich stelle fest: Früher trug der See einen anderen Namen — St. Georgs-See — nach Kirche und Burg auf dem Georgiberg am südöstlichen Ufer.
Die Ortschaft unterhalb der Burg heißt bis heute Unterburg — „unter der Burg“. Was sagt das? Der See wurde ursprünglich nach der Burg auf der Anhöhe benannt. Die Landschaft definierte sich über die Höhe — wer die Burg auf dem Hügel besaß, gab auch dem Wasser darunter seinen Namen. Anders gesagt: Das Wasser war funktional dem Kontrollpunkt untergeordnet.
Im 13. Jahrhundert verlagert sich der Name dann nach unten, ins Dorf Klopein am Nordufer. Nach Heinz-Dieter Pohl geht Klopinj auf das slowenische Appellativum klop zurück — vermutlich im älteren Sinne eines flachen, terrassenförmig geformten Uferstücks (Pohl, 2010; Kranzmayer, 1956–58). In beiden Fällen wurde das Wasser nach etwas anderem benannt als nach sich selbst: nach dem Heiligen über ihm, nach der Burg, nach der Form des Ufers.
Der See hat nie einen eigenen Namen bekommen.
Doch ich sehe nicht nur das Blau. Ich sehe ein hochtechnologisches Ökosystem am Tropf — und es teilt uns etwas Schicksalhaftes mit: Administrativer Schutz ist nur Papier; Bestand hat allein, was verstanden und aktiv gemanagt wird.
Und gerade jetzt steht dieses Ökosystem vor einer Entscheidung, die die kommenden dreißig Jahre prägen wird. Nicht, weil ein Kollaps droht. Sondern weil soeben ein Fenster aufgegangen ist, durch das solche Entscheidungen überhaupt erst finanzierbar werden.
1. Die erste Phase: Sieg über den Kollaps (1974–2000)
Ein Blick in die 1970er Jahre zeigt: Das System stand kurz vor dem Versagen. Das Wasser trübte sich, Phosphor reicherte sich im anoxischen Hypolimnion an — ein klassisches Eutrophierungsszenario, bei dem die interne Belastung die Kontrolle über das System übernimmt (Søndergaard et al., 2003).
Die darauf folgende Entscheidung war kein Kosmetik. Unter dem Einfluss limnologischer Forschung und der außergewöhnlichen Arbeit von Hans Sampl wurde in den Mechanismus selbst eingegriffen:
Ringkanalisation (Unterbrechung des externen Nährstoffeintrags)
Kläranlagen
Hypolimnische Tiefenwasserableitung nach dem Konzept Władysław Olszewskis
Dieses System — bekannt als Olszewski-Tube — ermöglicht es dem See, nährstoffbelastetes Tiefenwasser auszuleiten und damit die interne Phosphorrückführung zu unterbrechen (Cooke et al., 2005).
Das Ergebnis:
Reduktion der internen Belastung um mehrere Dutzend Prozent
verbesserte Sichttiefe (bis zu ~8–12 m)
Stabilisierung des Ökosystems
Status als wärmster Alpensee mit Trinkwasserqualität
Die Entwicklung der Limnologie in Kärnten zeigt: Dieser Erfolg war das Ergebnis eines Zusammenspiels von Wissenschaft, Infrastruktur und Politik — nicht einer einzelnen Lösung (Sampl, 2000).
Das war die erste Phase: Stabilisierung des Systems. Eine hohe öffentliche Investition in das Verständnis eines komplexen Systems. Für damalige Verhältnisse ein außergewöhnlich fortschrittlicher und mutiger Schritt.
2. Das Paradox des Erfolgs: von der Stabilisierung zur Verdichtung
Mit der Stabilisierung setzte auch der wirtschaftliche Aufschwung ein.
Der Klopeiner See heute:
eine der längsten Badesaisons in den Alpen
hohe touristische Dichte
ein regionaler Wirtschaftsmotor
Und genau hier entsteht ein neues Problem.
Heute ist der See nicht mehr durch fehlende Infrastruktur bedroht, sondern durch den eigenen Erfolg.
Die zentralen Druckfaktoren
Räumlicher Druck: Extreme Konzentration von Menschen auf einem begrenzten Uferstreifen.
Saisonale Unausgewogenheit: Sommerlicher Spitzenverkehr gegen niedrige Auslastung außerhalb der Saison.
Neue Besucherströme über die Koralmbahn: Mit dem regulären Betrieb der Strecke Graz–Klagenfurt verändert sich die Erreichbarkeit der Region grundlegend. Eine Chance. Aber auch ein Druck, mit dem die bestehende Infrastruktur nicht gerechnet hat.
Verborgene Fragilität des Systems: Der Klimawandel verlängert die Stagnationsphase, was das Risiko einer erneuten Phosphorfreisetzung erhöht (Jeppesen et al., 2020). Das heißt: Ein System, das in den 1970ern mit damaliger Technik stabilisiert wurde, arbeitet heute unter veränderten klimatischen Bedingungen.
3. Der slowenische Kontext: Podjuna, der Hemmaberg und eine Verschiebung, die eigentlich eine Rückkehr ist
Der Klopeiner See liegt im Jauntal (slowenisch Podjuna), einer Landschaft, deren Name nicht auf einen Fluss zurückgeht, sondern auf die antike Siedlung Iuenna am Fuß des Hemmabergs.
Wir kehren zurück zur Geschichte vom Anfang.
Die Landschaft wurde einst über die Höhe definiert — über Kontrollpunkte, über das, was über dem Land dominiert. Jaunstein, Hemmaberg, Kathreinkogel, Kitzelberg: Wer den Gipfel beherrschte, beherrschte das Tal.
Aber wir wissen inzwischen: Die Pilger stiegen zu diesen Höhen wegen der Quelle hinauf.
Das bedeutet: Die Verschiebung, von der ich spreche — von der Höhe zur Tiefe, von Herrschaft zum Verstehen, von Kontrolle zum Management — ist keine Verschiebung im eigentlichen Sinne.
Es ist eine Rückkehr.
Eine Rückkehr zu dem ursprünglichen Verhältnis zu diesem Ort, das die Menschen jahrhundertelang verstanden haben, bevor wir ihn in eine „Destination“ umbenannt haben.
Das Jauntal hat seinen Namen von der Höhe, die das Tal beherrschte. Entscheidend war aber immer das Wasser, das darunter entsprang. Die Zukunft dieses Ortes bestimmt nicht der Gipfel, sondern die Tiefe: der Zustand des Wassers, das wir kaum sehen.
Die erste Phase hat das Wasser stabilisiert. Zeit für die zweite.
Die Österreichische Akademie der Wissenschaften leitet derzeit das Forschungsprojekt IUENNA (openIng the soUthErn jauNtal as a micro-regioN for future Archaeology), das das Jauntal als ein zusammenhängendes kulturelles System begreift — es verknüpft die Fundstellen Hemmaberg, Globasnitz/Iuenna, Jaunstein/Podjuna und St. Stefan zu einer einzigen Mikroregion innerhalb einer offenen wissenschaftlichen Infrastruktur (ÖAW, 2024). Mit anderen Worten: Der Raum wird bereits ganzheitlich gedacht.
Der nächste offensichtliche Schritt wäre, auch das Wasser einzubeziehen — den Klopeiner See, den Turnersee, den Pirkdorfer See und ihr gemeinsames Einzugsgebiet — als Teil derselben Mikroregion. Nicht als separate touristische Einheit.
4. Was die Region bereits tut — und warum das keine Kleinigkeit ist
Bevor wir darüber sprechen, was getan werden könnte, lohnt sich der Blick auf das, was bereits getan wird.
Nachhaltigkeitsprojekt: Die Region Klopeiner See – Südkärnten – Lavanttal ist Projektpartner bei der Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele in sechs Kärntner Tourismusregionen und drei Schutzgebieten, mit dem Ziel, das Österreichische Umweltzeichen zu erlangen.
Pilot „4 Seen“ Postbus-Shuttle: alternative Mobilität für Gäste zwischen den Seen in den Gemeinden St. Kanzian und Eberndorf.
Kärnten Aktiv Card 2025: ein integriertes System, das eine messbare Erfassung der Besucherströme ermöglicht.
Badehaus St. Kanzian: eine ganzjährig nutzbare Infrastruktur, die die Saison über den Sommer hinaus ausdehnt.
Und sicherlich noch einiges mehr.
Das sind jedoch Bausteine, keine fertigen Produkte. Die Region geht Nachhaltigkeit aktiv an — offen bleibt jedoch die Frage, ob diese Bausteine zu einem System verbunden sind, das als Ganzes aus EU-Instrumenten finanziert werden könnte.
Hier liegt die Chance.
5. Die zweite Phase: Architektur systemischer Lösungen (ab 2026)
Wenn die erste Phase ingenieurwissenschaftlich war, muss die zweite systemisch, digital und biologisch sein.
Im Folgenden einige Vorschläge für umsetzbare Projekte im Rahmen von EU-Instrumenten, deren Ausschreibungszyklen gerade jetzt aufgehen.
I. Digitaler Zwilling und Besucherstrommanagement
Der Aufbau eines Smart-Lake-Systems:
Echtzeit-Monitoring (Temperatur, O₂, Phosphorbelastung, Besucherströme)
öffentliche Anzeige der Strandbelegung (grün–gelb–rot)
Lenkung der Besucherströme zu weniger belasteten Standorten (Turnersee, Kleinsee, Pirkdorfer See)
Integration mit den Aktiv-Card-Daten und dem Postbus-Shuttle-System
Der entscheidende Punkt: Kapazitätssteuerung ohne Uferschließung.
Relevanter EU-Rahmen: Die derzeit offene Ausschreibung Interreg Alpine Space – Capitalisation Projects (Einreichfrist 30. Juni 2026) fokussiert auf den Transfer bereits entwickelter Lösungen im Bergtourismus und in der Kreislaufwirtschaft und ist für Seetourismus daher nicht direkt passend. Das eigentliche Einstiegsfenster für Smart Lake bilden die kommenden regulären Interreg-Alpine-Space-Calls sowie verwandte Programme wie Interreg Central Europe und Interreg Euro-MED. Projekte wie DESTI-SMART und Smart Tour zeigen bereits, dass dieser Ansatz in Destinationen unter Tourismusdruck funktioniert.
II. Natürliche Rückhalteräume (Nature-Based Solutions)
Statt zusätzlichem Beton:
Regengärten (rain gardens)
Filterstreifen aus Schilf
durchlässige Oberflächen auf neuen Parkflächen
Revitalisierung der Zuflüsse
Solche Systeme reduzieren den Nährstoff- und Mikroschadstoffeintrag, bevor er den See erreicht (EEA, 2018).
Relevanter EU-Rahmen: LIFE 2026, Teilprogramme Nature & Biodiversity sowie Circular Economy and Zero Pollution (Ausschreibung seit 21. April 2026 offen, Einreichfrist 22. September 2026, Gesamtbudget 589 Mio. €). Genau diese Art von Maßnahmen zählt zu den prioritären Themen für den Übergang zu naturbasiertem Wasserschutz.
III. Kreislaufwirtschaft des Sees (Circular Lake Economy)
Der Aufbau eines lokalen Modells:
eine „Lake-Friendly“-Zertifizierung für Beherbergung, Gastronomie und Landwirtschaft
Verbindung von Tourismus und Landwirtschaft (Reduktion des Stickstoffeintrags im Einzugsgebiet)
finanzielle Anreize für Eigentümer am Seeufer zum Übergang auf durchlässige Oberflächen und heimische Pflanzen
Integration mit dem Drau-Radweg und dem UNESCO Global Geopark Karawanken (einer bereits bestehenden grenzübergreifenden Struktur, die den Hemmaberg als Pilgerort auf ihrem thematischen Weg führt)
Relevanter EU-Rahmen: LIFE – Circular Economy & Quality of Life sowie kommende Interreg-Alpine-Space-Calls unter der Priorität Carbon neutral and resource sensitive Alpine region.
IV. Der Klopeiner See als European Blueprint
Der Klopeiner See ist einer der wenigen dokumentierten Fälle einer erfolgreichen Sanierung eines eutrophierten Alpensees durch hypolimnische Tiefenwasserableitung.
Genau deshalb ist er auch für die Seenforschung in ganz Europa interessant: Die europäischen Seeregionen — Bodensee, Chiemsee, Bled, die oberitalienischen Seen — bewegen sich auf exakt derselben Kurve: Stabilisierung → Verdichtung → Risiko einer Re-Eutrophierung unter Klimaveränderung.
Der Klopeiner See war einmal schon der Erste.
Er könnte es ein zweites Mal sein — nicht als Labor, sondern als Referenzbeispiel guter Praxis für die zweite Phase des Managements: vom ingenieurstechnischen Eingriff zur systemischen Resilienz.
Das ist genau, wofür LIFE Strategic Integrated Projects (SIP) konzipiert sind: mehrjährige Projekte, die mehrere Sektoren verbinden und zum methodischen Referenzrahmen für andere Regionen werden. Konzeptpapiere für SIP sind bis 3. September 2026 einzureichen.
6. Das Risiko der sommerlichen Überlastung: ein konkretes Szenario
Ich werde oft gefragt, warum ich mich mit Krisen beschäftige, die noch nicht sichtbar sind. Die Antwort ist einfach: In komplexen Systemen ist es gefährlich, wenn Krisen sichtbar geworden sind.
Ein Szenario, das noch vermieden werden kann:
Ein Sommerwochenende, 34 °C. Die Koralmbahn bringt zwei volle Züge aus Graz. Die Parkplätze voll, die Zufahrten blockiert, die Badenden am Ufer in einer Dichte, die jenseits des Komforts liegt. Das Wasser ist sauber, die Dienstleistungen funktionieren, doch das Gästeerlebnis ist schlecht. In den sozialen Medien erscheint die erste Welle negativer Bewertungen: „overcrowded“. In den folgenden Saisons weicht das zahlungskräftigere Segment — das auch rentabelste — anderswohin aus.
Das ist das klassische Paradox des Erfolgs: Eine Destination ist am verletzlichsten genau in dem Moment, in dem sie am stärksten wirkt.
Die Maßnahmen, die dieses Szenario auflösen, sind nicht dramatisch:
Echtzeit-Anzeige der Belegung über die bestehende Aktiv-Card-Infrastruktur
Umleitung an den Turnersee, Kleinsee und Pirkdorfer See über das bereits bestehende Postbus-Shuttle „4 Seen“
Dynamische Parkpreisgestaltung nach dem Vorbild alpiner Skigebiete
Ein Paket „Lake Explorer Day“ für Tage mit hoher Dichte — mit dem Rad entlang des Drau-Radwegs, Mittagessen in einem Lake-Friendly-Gasthaus, Baden an einem weniger belasteten See
Nichts davon muss neu erfunden werden. All das existiert bereits in vergleichbaren Regionen. Die Frage ist nur, wer diese Bausteine rechtzeitig zu einem kohärenten, förderfähigen Projekt verbindet.
7. Warum eine beratende Brücke nötig ist
Der Übergang von der „Reinigung“ zum „intelligenten Management“ ist kein technisches Problem. Es ist ein Übersetzungsproblem:
von der Wissenschaft in die Politik
von den Daten in die Entscheidungen
von lokalen Ideen in geförderte EU-Projekte
von bestehenden Initiativen (UN-Nachhaltigkeit, Aktiv Card, 4 Seen) in ein kohärentes, weiterentwickeltes System
Die europäischen Rahmenwerke (OECD, 1982; EEA, 2018) zeigen: Erfolgreiche Lösungen sind keine isolierten Maßnahmen, sondern koordinierte Systeme. Und Koordination ist, ehrlich gesagt, die seltenste Fähigkeit im EU-Projektökosystem — nicht die Finanzierung.
Die lokalen Institutionen wissen, was sie brauchen. Die EU hat das Geld. Dazwischen liegt eine Kluft, die jemand überbrücken muss — jemand, der beide Sprachen versteht.
Schluss: Was die Pilger längst wussten
Der Klopeiner See hat schon einmal gezeigt, dass er es richtig machen kann.
Heute steht er vor einer neuen Schwelle.
Die Frage ist nicht mehr, wie man ihn reinigen soll. Sondern: wie man ein System aufbaut, das gegen die Zukunft widerstandsfähig ist.
Das Fenster für diese zweite Phase hat sich soeben geöffnet, am 21. April 2026. Es schließt im September. Zwischen diesen beiden Daten werden Entscheidungen getroffen, die bestimmen, wie diese Landschaft in dreißig Jahren aussehen wird.
Es ist bemerkenswert, wenn man daran denkt: Vor anderthalb Jahrtausenden wussten die Pilger am Hemmaberg ganz genau, wozu sie dort waren. Sie stiegen nicht wegen des Gipfels hinauf. Sie stiegen wegen des Wassers auf, das unterhalb entsprang.
Wir haben das irgendwo unterwegs vergessen.
Die zweite Phase erfindet nichts Neues. Sie führt uns nur zurück zu dem, was die Menschen in dieser Landschaft jahrhundertelang verstanden haben: dass die Tiefe die Höhe bestimmt, nicht umgekehrt.
Geschichte wird in diesem Moment nicht durch technische Lösungen geschrieben. Sie wird geschrieben durch eine Architektur der Entscheidungen.
Quellen
Limnologie und Seenmanagement
Cooke, G. D., Welch, E. B., Peterson, S., & Nichols, S. A. (2005). Restoration and Management of Lakes and Reservoirs (3. Auflage). CRC Press.
European Environment Agency (EEA). (2018). European waters — Assessment of status and pressures.
Jeppesen, E., Søndergaard, M., & Jensen, J. P. (2020). Lake responses to reduced nutrient loading.
Olszewski, W. (1961). Die künstliche Tiefenwasserableitung als Methode zur Seensanierung.
OECD. (1982). Eutrophication of Waters: Monitoring, Assessment and Control. Paris: OECD.
Sampl, H. (2000). 60 Jahre. Carinthia II, 190/110, 5–6.
Søndergaard, M., Jensen, J. P., & Jeppesen, E. (2003). Role of sediment and internal loading of phosphorus in shallow lakes. Hydrobiologia.
Ortsnamenkunde, Archäologie und Geschichte des Jauntals
Kranzmayer, E. (1956–1958). Ortsnamenbuch von Kärnten, I–II. Kärntner Geschichtsverein, Klagenfurt.
Pohl, H.-D. (2010). Unsere slowenischen Ortsnamen / Naša slovenska krajevna imena. Mohorjeva založba / Hermagoras-Verlag, Celovec/Klagenfurt.
Pohl, H.-D. (o. J.). Kärntner Online-Ortsnamenbuch — Ortsverzeichnis mit kurzgefasster Etymologie. Online verfügbar unter members.chello.at/heinz.pohl (Eintrag: Klopein/Klopinj).
Glaser, F. (1997). Frühchristliche Denkmäler in Kärnten. Carinthia-Verlag, Klagenfurt. ISBN 3-85378-450-X.
Ladstätter, S. (2000). Die materielle Kultur der Spätantike in den Ostalpen. Eine Fallstudie am Beispiel der westlichen Doppelkirchenanlage auf dem Hemmaberg (Mitteilungen der Prähistorischen Kommission 35). Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien.
Archäologisches Pilgermuseum Hemmaberg-Iuenna, Globasnitz/Globasnica. Hemmaberg: Pilgerzentrum der Spätantike. Museumsdokumentation.
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW). (2024). IUENNA — openIng the soUthErn jauNtal as a micro-regioN for future Archaeology (Go!Digital 3.0). Österreichisches Archäologisches Institut, ACDH-CH, kärnten.museum, BDA.
Geopark Karawanken. Hemmaberg — Pilgerort und archäologisches Areal (Themenweg).
EU-Förderrahmen
CINEA. (2026). LIFE Calls for Proposals 2026 — €589 million for a greener and more competitive Europe. European Climate, Infrastructure and Environment Executive Agency.
Interreg Alpine Space Programme. (2026). Call for Capitalisation Projects (Einreichfrist 30. 6. 2026).
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